Workshop erstmals in Magdeburg

Personalentscheidungen

Die wesentlichen Aufgaben von Personalverantwortlichen sind u.a. die Planung des bedarfsgerechten Einsatzes der Mitarbeiter, die Evaluierung von Weiterbildungsmaßnahmen sowie die Entwicklung und Etablierung geeigneter Anreizsysteme. Kurzum: Das Hauptanliegen ist zum einen die Herstellung und Sicherung der Verfügbarkeit von Personal (Personalplanung) und zum anderen gilt es, die Wirksamkeit der Mitarbeiter zu gewährleisten (Personalführung). Zur Bewältigung eines Teils dieser Aufgaben steht eine nahezu unüberschaubare Vielzahl mehr oder weniger probater Methoden zur Verfügung, für andere wiederum existieren keine bzw. kaum erprobte Lösungsmechanismen. Zudem müssen sämtliche Verfahren ein ökonomisches Verhältnis von Aufwand und Nutzen gewährleisten.

Potenziale aufzeigen

Vor diesem Hintergrund finden sich seit 1994 junge Wissenschaftler und theoretisch orientierte Praktiker in einem Forum zusammen, um vornehmlich ökonomisch orientierte personalwirtschaftliche Fragestellungen und Problemlösungen vorzustellen und zu diskutieren. Eine Plattform dieses Forums ist der jährliche Workshop Modellgestützte Personalentscheidungen. „Nachdem er in Paderborn, Saarbrücken und lange Jahre an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main stattfand, hatten wir Ende November 2005 die Teilnehmer erstmals nach Magdeburg eingeladen", berichtet Prof. Thomas Spengler, Lehrstuhl Betriebswirtschaftslehre, insb. Unternehmensführung und Organisation, und Initiator der Workshops.

Ein Ziel dieses Forums besteht darin, das Potenzial einer wissenschaftlichen Vorgehensweise bei der Lösung personalwirtschaftlicher Probleme für die Anwendung in der untemehmerischen Praxis aufzuzeigen. Zahlreiche praxisbezogene Beiträge bieten eine fundierte Reflexion des personalwirtschaftlichen Alltags und unterbreiten Handlungs- und Gestaltungsempfehlungen. So wurden bspw. Modelle entwickelt und analysiert, die Dienstpläne nicht nur hinsichtlich der Unternehmensziele, wie etwa eine möglichst exakte sowie kostenminimale Personalbedarfsdeckung, generieren und bewerten, sondern auch Mitarbeiterbedürfnisse, z.B. möglichst gerechte Verteilung von Schichten oder freien Wochenendtagen, in den Bewertungsprozess aufnehmen. Ebenso wurden bereits Ansätze zur Bestimmung der optimalen Personalausstattung, Instrumente der Personalauswahl und Möglichkeiten der simultanen Personal- und Organisationsplanung mit dem Ziel Unternehmensinteressen, Mitarbeiterwünsche sowie rechtliche Rahmenbedingungen in Einklang zu bringen auf den Workshops betrachtet. Aber auch Vergütungssysteme, betreibliche Weiterbildungsmaßnahmen oder die Gestaltung von Karriereplänen und anreizkompatible Belohungsfunktionen standen schon zur Debatte.

Im Tagungsband

Und die Mischung der diskutierten Themen war auch auf dem 12. Workshop wieder breit gefächert, reichte von der Entlohnung für Topmanager über interkulturelle Aspekte der Personalauswahl und familienfreundliche Maßnahmen aus Unternehmensperspektive bis hin zur ökonomischen Analyse von Alumni-Aktivitäten. Und auch die Mischung der 15 Teilnehmer vom Dokotranden bis zum Professor eröffnete reichlich Möglichkeiten zum wissenschaftlichen Disput in angenehmer Diskussionskultur. „Uns ist der Workshopcharakter der Veranstaltung ganz besonders wichtig", unterstreicht Professor Spengler. „Hier soll ja gerade eine Möglichkeit gegeben sein, Projekte zu diskutieren und nicht bereits fertige Arbeiten zu präsentieren."

Die Diskussionsbeiträge und -ergebnisse der Workshops werden seit 1996 jeweils in einem Tagungsband zusammengefasst. Er erscheint im Rainer Hampp Verlag Mering und soll die Ideen und Erkenntnisse nicht nur der Scientific Community, sondern auch den interessierten Praktikern zugänglich machen.   Ines Perl