3. EMV-Praxis-Seminar

Von Filtern, Richtlinien und mehr

Als Bestandteil des Projekts „EMV-/EMVU-Unterstützung für Industrie und Institutionen" fand Mitte November 2005 das 3. EMV-Praxis-Seminar in der Experimentellen Fabrik Magdeburg statt. Veranstaltet wurde es gemeinsam von der Firma EPCOS und ihrem Distributor Betronik sowie dem Institut für Grundlagen der Elektrotechnik und Elektromagnetische Verträglichkeit (IGET). In seiner Eröffnungsrede ging der Leiter des Instituts, Prof. Dr. Günter Wollenberg, auf aktuelle Fragen der elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV) und elektromagnetischen Verträglichkeit Umwelt (EMVU) ein und wies noch einmal ausdrücklich auf die besonderen Verdienste von Prof. Dr. Jürgen Nitsch beim Aufbau dieses Lehr- und Forschungsgebietes in Magdeburg hin. Des Weiteren sprach er die weiterhin wachsende Bedeutung der elektromagnetischen Verträglichkeit in allen Bereichen der Wirtschaft an, ging auf die Lösung der immer komplexer werdenden Aufgabenstellungen auf diesem Gebiet durch Industrie und Institutionen ein, erläuterte die Rolle der EMV und EMVU in Technik und Umwelt sowohl in zivilen als auch militärischen Bereichen und weis darauf hin, dass auch in der Zukunft die effektive Beherrschung der EMV-Fragen bei der Erzeugnisneuentwicklung, Qualitätssicherung der Produktion und dem Arbeiten in neuen Einsatzbereichen mit zu einem immer größeren Faktor der Wirtschaftlichkeit für die Unternehmen wird.

Ausstellung

Das weiter gestiegene Interesse der Firmen am 3. Seminar zeigte sich auch darin, dass fast 70 Unternehmen ihre Teilnahme erklärten. An der Veranstaltung nahmen wieder knapp hundert Vertreter aus Unternehmen und Institutionen der Bundesländer Thüringen, Sachsen, Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt teil. Anwesend waren z.B. Entwickler und Produzenten aus den Bereichen Medizin- und Labortechnik, Sensoren und Messgeräte, Automatisierungs- und elektronische Geräte, Bahn und Antriebstechnik sowie Kommunikations- und Militärtechnik. Während der gesamten Veranstaltung konnte eine Ausstellung von interessanten EMV-Komponenten besichtigt werden. Besonders positiv bewerteten die Vertreter der Firmen die Möglichkeit des persönlichen Erfahrungsaustausches während dieses Seminartages.

Vorträge

Die Seminarteilnehmer hatten Gelegenheit, Vorträge von Vertretern der Firmen EPCOS und Flomerics zu verfolgen. Den Schwerpunkt bildeten „EMV-Filter". Dabei ging es um gesetzliche Grundlagen, wie die neue EMV-Richtlinie, und um technische Grundlagen, wie Ausbreitungswege, Kopplungen oder EMV-Messmethoden. Gegeben wurden zahlreiche Hinweise zur Entstörung komplexer Industriemaschinen und zum korrekten Einbau von EMV-Filtern. Die Vorträge der Mitarbeiter des IGET informierten über den aktuellen Stand, über Erfahrungen und technische Möglichkeiten im Projekt „EMV-Unterstützung", verglichen in der EMV-Praxis verfügbare Messumgebungen und stellten Software zur EMV-Simulation für die industrielle Praxis der Firma Flomerics Ltd. vor.

In vier Arbeitsgruppen erfolgten Besichtigungen der GTEM-Zelle, der Absorberhalle, der Modenverwirbelungskammer und des IRA-Messplatzes. In den EMV-Laboren wurden praxisbezogene EMV-Messungen für die Industriepartner vorgeführt. Gleichfalls erfolgten in einem gesonderten Labor praktische Vorführungen zum Filtereinbau, zu Messung und Schirmung.

Eine erste Auswertung der Veranstaltung ergab, dass auch das 3. EMV-Seminar von allen Teilnehmern sehr positiv bewertet wurde. Die Reihe der „EMV-Praxis-Seminare" soll auch im Jahr 2006 mit interessanten Themenschwerpunkten für die Industrie fortgeführt werden.

   Dr. Wolfgang Weinert