Karin Stukenbrock; Dorothea-Erxleben-Gastprofessur

Historische Medizin

Als Dorothea-Erxleben-Gastprofessorin lehrt und forscht Dr. Karin Stukenbrock derzeit sowohl an der Medizinischen Fakultät als auch an der Fakultät für Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften. Dies ist eine Besonderheit, die in diesem Studienjahr zum ersten Mal mit der Professur verbunden ist. Die Verknüpfung der Disziplinen sieht sie als Chance, die im Wissenschaftsbetrieb geforderte Interdisziplinarität praktisch umzusetzen.

Zum vergangenen Wintersemester wurde Karin Stukenbrock, wissenschaftliche Assistentin am Institut für Geschichte und Ethik der Medizin an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, auf die speziell für Wissenschaftlerinnen eingerichtete Dorothea-Erxleben-Professur berufen. Ihre Lehr- und Forschungsgebiete umfassen u.a. sozial- und medizinhistorische Themen des 18. Jahrhunderts bis zur Neuzeit. An der Hallenser Universität lehrt sie als Historikerin an der Medizinischen Fakultät. Ihre Lehrveranstaltungen in Magdeburg sind thematisch so ausgerichtet, dass sie für Studierende der beiden Fakultäten, an denen die Gastprofessorin arbeitet, interessant sein können.

Die Wissenschaftlerin studierte mittlere und neuere Geschichte, Soziologie und politische Wissenschaft an der Christian-Albrechts-Universität Kiel. An der Universität Stuttgart wurde sie im Jahr 2000 mit der Arbeit „Der zerstückte Cörper. Zur Sozialgeschichte der anatomischen Sektionen in der frühen Neuzeit (1650-1800)" promoviert. Karin Stukenbrock war von 1999 bis 2001 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geschichte und Ethik der Medizin an der Universität Halle-Wittenberg. Für einige Monate wirkte sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Postdoc-Kolleg „Krankheit und Geschlecht" des Zentrums für interdisziplinäre Frauen- und Geschltechterstudien der Universität Greifswald, um dann als Assistentin an das Hallenser Institut zurückzukehren.

Publikationen

Karin Stukenbrock ist eine ausgewiesene Wissenschaftlerin auf dem Gebiet der Sozialgeschichte der Medizin. Zu diesem Thema hat sie Monographien und zahlreiche Aufsätze publiziert. Die jüngsten Publikationen sind der gemeinsam mit Jürgen Heim vor einem Jahr herausgegebene Band zur Anatomie im 18. Jahrhundert, eine Arbeit zum Umgang mit fehlgebildeten Kindern in der frühneuzeitlichen Gesellschaft sowie ein Aufsatz über Geschlechtskrankheiten und Prostitution in Magdeburg, der in dem von Professor Eva Labouvie kürzlich edierten Sammelband zur Magdeburger Stadtgeschichte erschienen ist. In ihrem Habilitationsprojekt beschäftigt sich Karin Stukenbrock mit dem Krankheitsbild der Chlorose in Anämiekonzepten des frühen 20. Jahrhunderts.

Stadt und Gesundheit

Während der Zeit ihrer Gastprofessur möchte die Wissenschaftlerin gemeinsam mit Dr. Eva Brinkschulte, Geschichte, Ethik und Theorie der Medizin an der Medizinischen Fakultät, ein Forschungsprojekt zur Geschichte der Medizin in Magdeburg und Halle initiieren. Um mit ihrer Professur auch in der Stadt zu wirken, wird Karin Stukenbrock in diesem Semester im Rahmen des Stadtjubitäums eine öffentliche Vortragsreihe zum Themenfeld „Stadt und Gesundheit" anbieten. Der Auftakt zu dieser Reihe war gleichzeitig ihre Antrittsvorlesung. In ihr ging es um den Mediziner Ernst Schreiber, der um die Jahrhundertwende die Inneren Abteilungen zunächst des Altstädtischen und dann des Sudenburger Krankenhauses geleitet hat. Im Rahmen dieses Aufgabengebietes hat er die Abteilungen für Geschlechtskranke aufgebaut, die Infizierten dort behandelt und auch an ihnen geforscht, indem er neue Medikamente gegen die Syphilis an ihnen getestet hat.   WR/I.P.