Dirk Kiesewetter; Betriebswirtschaftliche Steuerlehre

Der Steuer verschrieben

Dirk Kiesewetter spricht englisch und spanisch, französisch und ein bisschen russisch. Doch führte in nicht die Philologie vom Neckar an die Elbe, sondern er folgte dem Ruf der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft auf den Lehrstuhl Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Betriebswirtschaftliche Steuerlehre.

Zu seinen Forschungsinteressen gehören die Steuerwirkungslehre mit besonderem Augenmerk auf entscheidungsneutralen Steuern, auf der Reform der Unternehmensbesteuerung und der Rentenbesteuerung, sowie die betriebswirtschaftliche Steuerplanung, hier speziell die Unternehmensfinanzierung, die betriebliche Altersversorgung und die Finanzlagen im Privatvermögen. Die betriebswirtschaftliche Steuerlehre hatte er neben der betrieblichen Finanzwirtschaft bereits zum Schwerpunkt seines BWL-Studiums an der Universität Tübingen und der Universidad Pontifícia de Comillas in Madrid gemacht.

Mit einer Diplomarbeit über die zinsbereinigte Einkommensteuer, die von deutschen Steuerwissenschaftlern kurz zuvor in Kroatien eingeführt worden war, schloss er das Studium 1995 ab und wurde für seine Leistungen mit den Studienpreisen der SEW Eurodrive-Stiftung Bruchsal und der Reutlinger Wirtschaftstreuhand GmbH ausgezeichnet. An der Eberhard-Karls-Universität Tübingen promovierte Dirk Kiesewetter 1998 zum Dr. rer. pol. In seiner Dissertation „Zinsbereinigte Einkommen- und Körperschaftssteuer – Die Implementierung im deutschen Steuersystem" beschäftigte er sich mit Detailfragen einer möglichen zinsbereinigten Reform des deutschen Einkommen- und Körperschaftsteuerrechts.

Praxiserfahrungen

Bereits während seines Studiums war Dirk Kiesewetter regelmäßig als Trainer, u.a. im Auftrag der Carl-Duisberg-Gesellschaft, in der Erwachsenenbildung in Osteuropa und Mittelasien tätig. Der angehende Betriebswirt führte wirtschaftswissenschaftliche Seminare in russischer und deutscher Sprache u.a. in Bishkek, Bratislava, Moskau und Riga durch. Bei der Schulung kroatischer Finanzbeamte und als Berater des kirgisischen Finanzministeriums im Auftrag der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit GtZ sammelte er in seiner Doktorandenzeit erste Erfahrungen im Transfer von Forschungsergebnissen in die Beratungspraxis. Sein Karriereweg führte ihn danach als Unternehmensberater zu McKinsey & Company in die Wirtschaftspraxis. Zunächst als „Associate Consultant", dann als Projektleiter beriet er Banken und Versicherungen im In- und Ausland auf den Gebieten von Unternehmensstrategie und Corporate Finance.

Gute Noten

Nach dreijähriger Tätigkeit kehrte er 2001 als wissenschaftlicher Assistent an der Universität Tübingen in die akademische Laufbahn zurück. Die Ergebnisse seiner seitherigen Forschungsarbeit dokumentiert eine zweistellige Zahl von Publikationen, deren wichtigste in anerkannten, begutachteten Zeitschriften erschienen sind. Durchweg mit sehr guten Noten bewerteten die Tübinger Studenten bei den regelmäßig stattfindenden Evaluationen seine Lehrveranstaltungen. Er warb ein Drittmittelprojekt „Steuerplanung der betrieblichen Altersversorgung" ein und betreute es zwei Jahre. Die Tübinger Fakultät für Wirtschaftswissenschaft habilitierte Kiesewetter am 30. November des vergangenen Jahres. Zu diesem Zeitpunkt vertrat er bereits den Lehrstuhl für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre an unserer Universität, den er heute innehat.

Professor Kiesewetter ist Gründungsmitglied im Arbeitskreis Quantitative Betriebswirtschaftliche Steuerlehre arqus sowie Mitglied der German Economic Association of Business Administration, im Verband der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft und im Verein für Socialpolitik.    I.P.