Nachrichten aus dem All

Unter Mikrogravitation

Auf Einladung von Prof. Dr. Oliver Ullrich vom Institut für Immunologie besuchten Mitte April 2005 Augusto Cogoli, Direktor der Zero-g LifeTec GmbH, und Ruth Hemmersbach, Leiterin der Abteilung Weltraumphysiologie am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt Köln, die Universität. Die beiden Wissenschaftler informierten u.a. über ihre Forschungen unter den Bedingungen der Mikrogravitation. Beide haben bereits langjährige Erfahrungen mit Experimenten in Flugzeugen, Höhenforschungsraketen und Raumfahrzeugen in der Erdumlaufbahn.

Persönliche Erlebnisse

So berichtete Cogoli beispielsweise über seine Experimente beim neunten Flug der US-Raumfähre Columbia im Juni 1991. Darin konnte er zeigen, dass die Differenzierung von T-Lymphozyten in der Mikrogravitation gestört ist. Zuvor wurde durchaus kontrovers diskutiert, ob Zellen von Tieren gravitationssensibel sind. Spannend war Cogolis Vortrag nicht zuletzt deshalb, weil er auch persönliche Erlebnisse einbrachte. So dürfte sicher nur wenigen bekannt sein, dass die NASA die Blutabnahme zu Forschungszwecken auf dem Kennedy Space Center (KSC) in Florida nicht gestattet. Besonders einschneidend waren die Sicherheitsmaßnahmen unmittelbar nach den Terroranschlägen des 11. September. Selbst die PIs (Leiter der Experimente an Bord der Raumfähre) durften den Start nicht vom Gelände des KSC aus verfolgen. Cogolis vorerst letztes Weltraumexperiment flog auf der letzten Columbia-Mission (STS-107), die vor zwei Jahren für alle sieben Astronauten tragisch endete.

Hemmersbach stellte im Vortrag ihre Experimente mit Pantoffeltierchen u.a. Mikroorganismen mit Texus-Höhenforschungsraketen vor. Auch diese Lebewesen reagieren auf die Mikrogravitation und die spannende Frage ist, welche biologischen Ursachen ihr gravitationssensibles Verhalten hat. Beide Wissenschaftler äußerten ihre Ankerkennung für die Arbeiten am Institut für Immunologie. Vielleicht wird es in nicht allzu ferner Zeit auch lebenswissenschaftliche Experimente von Wissenschaftlern der Magdeburger Universität geben.

   Uwe Seidenfaden