Ausstellung in der Universitätsbibliothek würdigt den Physiker und Humanisten Albert Einstein

Raum, Zeit, Energie, Masse, Materie, Relativität ...

Das Jahr 2005 wurde von der
UNESCO und der UN-Vollversammlung zum Weltjahr der Physik erklärt. In Deutschland und anderen Ländern wird dieses Jahr zugleich als Einstein-Jahr gefeiert. Vor 100 Jahren, in seinem „Annus mirabilis" 1905, publizierte der 26-jährige „Technische Experte dritter Klasse" des Berner Patentamtes Albert Einstein in den „Annalen der Physik" vier epochemachende Arbeiten, in denen er die bis dahin geltenden Auffassungen von Raum und Zeit, Masse und Energie sowie Licht und Materie einer radikalen Revision unterzog und mit der speziellen Relativitätstheorie, der Quantentheorie des Lichts und der Theorie der Brownschen Molekularbewegung wichtige Grundlagen unseres heutigen physikalischen Weltbildes schuf.

Von Zeitgenossen

Aus Anlass des Einstein-Jahres haben die Universitätsbibliothek und die Institute für Theoretische Physik und Experimentelle Physik der Fakultät für Naturwissenschaften in einer gemeinsamen Initiative eine Ausstellung im Foyer der Universitätsbibliothek gestaltet, die dem Werk des genialen Physikers und dem Wirken des großen Humanisten Einstein gewidmet ist. Gezeigt werden wissenschaftliche Publikationen und Bücher von und über Einstein aus dem Bestand der Universitätsbibliothek. Neben einer Auswahl verschiedener Einstein-Biographien, darunter auch die derzeit in den Bestsellerlisten geführte von Jürgen Neffe, ist ebenfalls eine Auswahl von historischen Titeln berühmter Physiker und Zeitgenossen Einsteins wie Planck, von Laue, Born, Eddington, de Broglie, Schrödinger u.a. zur Relativitäts- und Quantentheorie aus dem Bestand der so genannten Einstein-Sammlung der Universitätsbibliothek zu sehen. Zu besichtigen sind auch Originalarbeiten Einsteins von 1905 und aus späteren Jahren, die, wie z.B. die erstmalige Behandlung und Vorhersage der Lichtablenkung an der Sonne im Jahre 1911 oder die Entdeckung der Bose-Einstein-Kondensation 1925, ebenfalls bedeutende Meilensteine der modernen Physik darstellen. Klassische und aktuelle Lehrbücher zur speziellen und allgemeinen Relativitätstheorie ergänzen die Ausstellung ebenso wie populärwissenschaftliche und allgemeine Literatur zum Thema Einstein. Schließlich wird auch auf eine Präsentation bekannter Darstellungen von Einstein als „Ikone" und „Popstar" der Wissenschaft nicht verzichtet.

Einen besonderen Hinweis verdient der Ausstellungsteil „Einstein und Magdeburg", in dem u. a. frühe populärwissenschaftliche Darstellungen der Relativitätstheorie von den Magdeburger Autoren Max Hasse und Hans Wittig sowie von dem mit unserer Universität besonders verbundenen Otto von Guericke-Forscher Hans Schimank aus dem Jahre 1920 präsentiert werden.

Aus Jerusalem

Zu sehen sind in diesem Zusammenhang auch einige Kopien von Originalbriefen von und an Einstein, die vom Einstein-Archiv an der Jewish National & University Library der Hebrew University of Jerusalem erworben werden konnten.

Besonderer Dank gilt Konrad Müller für die freundliche Überlassung einiger Exponate aus seinem Privatbesitz als Leihgabe sowie vielen an dieser Stelle nicht namentlich genannten Mitarbeitern und Kollegen für die Unterstützung bei der Gestaltung dieser Ausstellung.

Die Ausstellung kann zu den Öffnungszeiten der Bibliothek im Foyer der Universitätsbibliothek besichtigt werden.   Dr. Peter Streitenberger,

   Marlies Schulz