Auf Reisen in Guerickes Studienheimat

Zusammenhalt wird gestärkt

Mittlerweile fester Bestandteil eines Studiums an der Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik ist alljährlich die große Exkursion. Unser diesjähriges Reiseziel hieß Königreich der Niederlande, mit Aufenthalten in Rotterdam und Amsterdam. Immerhin hatte Otto von Guericke, der Namenspatron der Universität, während seines Jurastudiums (1623-1626) im holländischen Leiden seine Liebe zu den Ingenieurwissenschaften entdeckt und seine Magdeburger Versuche über den leeren Raum wurden 1671 in Amsterdam gedruckt.

Auf unserem Programm standen u.a. ein Besuch bei einem weltweit einzigartigen Hochspannungsprüflabor, der Firma KEMA in Arnheim/Gelderland sowie eine Führung durch das erst kürzlich eröffnete Museum „EnergeticA" in Amsterdam.

In der Arnheimer Firma besichtigten wir Hochspannungs- und Hochleistungslabore, in denen Geräte zur Energieübertragung aus der ganzen Welt unabhängigen Tests unterzogen werden, um vor ihrem Einsatz die nötige Sicherheit und Funktionstüchtigkeit zu garantieren. Die mechanische und thermische Zerstörungskraft des elektrischen Stromes, aber auch die Kunst, diese nutzbringend einzusetzen, wurde uns hier eindrucksvoll vor Augen geführt.

Im Museum „EnergeticA" in Amsterdam konnten wir funktionstüchtige Exponate sowohl aus dem Gebiet der Energieerzeugung und -verteilung (z.B. Bandgeneratoren, historische Messgeräte, Stoßspannungsgeneratoren), als auch aus dem privaten Anwendungsbereich (z.B. der erste holländische Fernseher, Entwicklung der Waschmaschinen, Entwicklung vom Paternoster zur Rolltreppe) in Augenschein nehmen. Die Ausstellungsstücke vermittelten anschaulich die Entwicklung der Elektrotechnik und deren Einfluss auf das tägliche Leben in den letzten 100 Jahren. Hier wurden vom netten Museumsleiter studentische Haare elektrisiert, eine historische „Lichttherapie" durchgeführt und laut zischende Hochspannungsblitze erzeugt.

Durch die Reise, die vom Dekan der Fakultät, Professor Zbigniew A. Styczynski, finanziell abgesichert und begleitet wurde, bot sich uns Studierenden die Möglichkeit, Einblicke in die Praxis zu gewinnen. Diese Art der Verbindung von Theorie („trockener Vorlesungsstoff") und „dem worauf es später mal ankommt" hat an unserer Fakultät eine lange Tradition.

Bei der Organisation einer solchen Veranstaltung arbeiten Studierende, Mitarbeiter und Professoren Hand in Hand, wobei auftretende Probleme (z.B. Finanzierung, Unterkunft...) stets gemeinsam gelöst werden. Vom Fachschaftsrat engagierten sich in diesem Jahr Thomas Schallschmidt und Stefan Palis. Sie wurden durch die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Dr. Antje Orths und Anna Kowalska vom Institut für Elektrische Energiesysteme unterstützt.

Besonders positiv an einer solchen Exkursion ist, dass der Zusammenhalt von Studierenden unterschiedlicher Studienrichtungen und Nationalitäten enorm gestärkt wird, was sich auf das Miteinander im Studienalltag natürlich günstig auswirkt.   PM