Forschungs- und Studienleistungen sowie internationales Flair im Zeichen des Universitätsjubiläums

Universität präsentierte sich im Herzen der Stadt

Seit Wochen liefen die Vorbereitungen für dieses Mega-Event auf Hochtouren – wurde das Bühnenprogramm wieder und wieder geprobt, wurden Versuchsaufbauten ausprobiert, nach große Töpfen und Schüsseln für die vielen kulinarischen Köstlichkeiten aus aller Welt gesucht. Dann war es endlich soweit: die Bühne war aufgebaut, die Pavillons für die Präsentation der Fakultäten und ausländischen Studierenden standen, der Grill für die Würstchen war angeheizt und unendlich viele Meter Kabel verlegt. Und als hätte sie es gewusst, lachte die Sonne an diesem Freitag Ende Juni 2003 den ganzen Tag.

Im Zeichen des Jubiläums „50 Jahre Hochschulstandort – 10 Jahre Otto-von-Guericke-Universität" präsentierte sich die Universität im Herzen der Landeshauptstadt unter dem Motto „Uni am Markt". Seit dem Mittelalter sei der Marktplatz der zentrale Platz einer Stadt, auf dem das Leben pulsiert. Deshalb stelle die Universität ihre Leistungen und Angebote in Forschung und Lehre sowie ihr internationales Flair auf dem Marktplatz vor, meinte Rektor Prof. Dr. Klaus Erich Pollmann zur Eröffnung und ermunterte die Magdeburgerinnen und Magdeburger, neugierig zu sein – neugierig auf Forschungsarbeiten, auf Studienangebote und -leistungen sowie auf die internationalen Studierenden, die ihre Heimatländer vorstellten, um so mit der Universität ihr Jubiläum zu feiern. „Seit 50 Jahren ist die Stadt ein Hochschulstandort, werden hier Ingenieure, Lehrer, Mediziner, Mathematiker, Wirtschafts- oder Sozialwissenschaftler ausgebildet", so der Rektor. „Das ist ein ganz großer Schatz und ein ungeheures Potenzial für Magdeburg."

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Reges Interesse während der Präsentation der Universität am Alten Markt.   Photo: Gold

Schon eine spannende Sache so eine Magnetschwebebahn.

 

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Cholesterinspiegelmessung und Ernährungsberatung am Stand der Medizinischen Fakultät.

Die Messung von Muskelaktivitäten – beispielsweise welche Muskeln beim Tragen einer Einkaufstasche beansprucht werden – stellte das Institut für Sportwissenschaft vor.

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Am Alten Markt entlang des Breiten Weges luden Fakultäten, Institute und Einrichtungen der Universität ein, sich zu informieren, bei wissenschaftlichen Demonstrationen und Vorführungen mitzumachen und mit Wissenschaftlern und den internationalen Studierenden ins Gespräch zu kommen.

Die Fakultät für Informatik stellte multimediale biometrische Erkennungstechniken vor und zeigte, wie beispielsweise ein Fingerabdruck oder die Unterschrift mit Hilfe einer speziellen Software untersucht werden kann.

Spiel und Bewegung für Kinder von drei bis sechs Jahren bot die Bewegungswerkstatt des Instituts für Sportwissenschaft an. Mit einem Geschicklichkeitsparcours konnte die Bewegungsfähigkeit der Kleinen ermittelt werden. Die Vorführung von Kampfsportarten, der Auftritt der Tanzgruppe „Black Angels", Demonstrationen des Kampftanzes „Capoeira" und Trampolinspringen ergänzten das sportliche Angebot an diesem Tag.

Die Fakultät für Mathematik präsentierte sich der Öffentlichkeit mit mathematischen Spielen, Experimenten zum Stochastikunterricht in der Schule und zeigte mathematische Kunstobjekte. Beispiele ihrer Industrieforschung an Dieselmotoren wie den Diesel-Common-Rail-Motor führte die Fakultät für Maschinen vor. An einem Prüfstand war der Zylinderdruckverlauf und der Einspritzvorgang zu beobachten.

Die Sozial- und Umweltpsychologen führten eine Umfrage zur Hochwasserkatastrophe im vergangenen Jahr durch, um eventuell Wahrnehmungsveränderungen bei den Betroffenen erkennen zu können.

Ein breitbandiges GPR für die Lokalisation und Identifikation von Landmienen wurde von der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik vorgestellt. Die Physiker versetzten die Wissensdurstigen mit der Magnetschwebetechnik in Erstaunen und informierten über modernste Mikroskoptechnik. Mit einer Video- und Multimedia-Show informierte die Medizinische Fakultät u.a. über das Immunsystem, die Strahlentherapie bei Krebs, Operationen am Auge oder künstliche Kniegelenke. Direkt vor Ort gab es u.a. Beratung zum Cholesterinspiegel, zu richtiger Ernährung, zur Blutspende oder zu Hautkrankheiten. Frisch in der Wirbelschicht gerösteter Kaffee konnte am Stand der Fakultät für Verfahrens- und Systemtechnik gekostet werden.

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Knobelei am Stand der Fakultät für Mathematik

Selbst Dr. Faustus, alias Prof. Dr. Herbert Henning, hat die Uni bei ihrer Präsentation unterstützt und Goethes Hexeneinmaleins erläutert.

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Gern nahmen die Magdeburger die Gelegenheit wahr, mit den ausländischen Studierenden ins Gespräch zu kommen und die von ihnen zubereiteten Leckereien aus ihren Heimatländern zu probieren.

Grüße aus einem fernen Land

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  Gekostet werden konnten auch typische Speisen, Leckereien und Getränke aus den über Ländern, aus denen Studierende an unsere Universität kommen. Auch sie stellten sich an Ständen und auf der Bühne der Magdeburger Bevölkerung vor. Sie boten Musik und Tänze aus ihren Heimatländern, spielten Instrumente, führten landestypische Mode vor, informierten über die Religionen in ihrer Heimat. An den Ständen gab es Informationsmaterial und die Einladung zum Besuch der fernen Länder, Souvenirs zum Anschauen, Origamie, in chinesischen Schriftzeichen gemalte Namen und kleine Tatoos mit den Schriftzeichen Freude, Seele, Wolke, Adler, Liebe oder Tiger und vieles mehr.

Die Otto-von-Guericke-Gesellschaft begeisterte wieder mit den Versuchen Otto von Guerickes.

Nicht nur eine Augenweide, sondern auch ein Genuss für die Ohren waren die Gesangsbeiträge von Maren Kroll vom Institut für Musik.

 

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Bunt und farbenfroh waren die Gewänder aus ihrer Heimat, die die Kameruner Kommilitonen in einer kleinen Modenschau den neugierigen Magdeburgern vorführten.

Grähm N. Dodworth aus den USA vermittelte einen Eindruck der Musik seiner schottischen Vorfahren.

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Große Resonanz fand auch das vom Technologie- Transfer-Zentrum durchgeführte Gewinnspiel mit Fragen zur Universität und zu ihrem Namenspatron Otto von Guericke. Wertvolle Preise wie ein Autonavigationssystem, eine Digitalkamera oder ein DC-DVD-Laufwerk winkten.

Zum Abschluss der Uni-Präsentation am Markt brachte die Band „Musicaos", in der Informatikprofessor Claus Rautenstrauch mitspielt, mit Melodien aus aller Welt internationales Flair auf den Magdeburger Markt.

Eine gelungene Präsentation von Forschung, Studienleistungen und -angeboten sowie Internationalität der Universität, die nur durch das Zutun vieler fleißiger Helfer möglich geworden war.

   Ines Perl