Wenn Vögel Uhren sind und der Hai die Tigerente fängt – dann ist Kindervorlesung

Kleine Studenten im großen Hörsaal

Neugierige Kinder waren Ende des Sommersemesters 2003 zur ersten Kindervorlesung an unserer Universität eingeladen. Die kleinen Gäste erhielten, hatten sie sich vorher angemeldet, wie ihre großen Kommilitonen einen (Kinder-)Studentenausweis. Der Hörsaal 5 glich vor Beginn der Vorlesung einem Bienenhaus und platze beinahe aus allen Näthen. Doch als Juniorprofessor Dr. Maic Masuch, Informatik, und Prof. Dr. Stefan Müller, Physik, ihre spannenden Themen kindgerecht erklärten, konnte man eine Stecknadel zu Boden fallen hören. Den beiden Wissenschaftlern war es gelungen, die kleinen Zuhörer mit ihren Erläuterungen zum Entstehen eines Computerspiels und zur flüssigen Uhr in ihren Bann zu ziehen. Dass jeder kleine Zuhörer einen Platz fand, seinen Ausweis erhielt und in der Pause eine kleine Süßigkeit, dafür sorgten die Studenten vom Fachschaftsrat der Fakultät für Informatik.

Bevor es jedoch mit der Wissenschaft richtig los ging, begrüßte der Prorektor für Studium und Lehre, Prof. Dr. Volker Linneweber, die kleinen Gäste an der Universität und übte mit ihnen, wie es so in einer richtigen Vorlesung zugeht – nämlich das Klopfen am Ende der Veranstaltung, wenn sie gefallen hat. Und geklopft haben die Kinder-Studenten reichlich, denn sie waren begeistert. Der elfjährigen Eva aus Magdeburg hat die Vorlesung gefallen, weil sie mal richtig zusehen konnte wie so ein Computerspiel entsteht. Auch die zehnjährige Johanna aus Magdeburg fand die Vorlesung sehr gut. Sie spielt das Computerspiel „Löwenzahn". Selbst die 16-jährigen Christin und Christoph aus der Umgebung von Magdeburg haben noch etwas dazugelernt und fanden alles sehr verständlich erklärt.

Maic Masuch hatte in seinem Teil ein Tigerenten-Computerspiel gebaut. Nach dem Prinzip „Jump-and-Run" sollte ein böser Hai die Tigerente fangen, die von Insel zu Insel hüpfte.

Dass Stefan Müller seine Armbanduhr vergessen hatte, machte eigentlich gar nichts, denn er entdeckte so viele andere Uhren im alltäglichen Leben – Sanduhren, Eieruhren, Kuckusuhren, Pendeluhren, chemische Reaktionen, ja selbst die Vögel in der Natur folgen einer inneren Uhr.

Angeregt von der Universität Tübingen und initiiert vom ARD Tiegerentenclub des Südwestfunks sind im vergangenen Semester bundesweit an 31 Hochschulen Kindervorlesungen durchgeführt worden. Dem Seneat unserer Universität gab Rektor Prof. Dr. Klaus Erich Pollmann die Gründung einer Kinderfakultät bekannt. Als erste Professoren wurden natürlich Maic Masuch und Stefan Müller berufen. Weitere „Berufungen" werden sicher folgen, denn auch für das Wintersemester sind wieder Veranstaltungen geplant.

   Ines Perl