Beratungsangebote für Studierende (2)

Von Bewerbung bis Zeitmanagement

Oft sind es die einfachen Dinge, die für Studi so schwer sind: effektives Zeitmanagement, vor einer Gruppe sprechen, das scheinbar immer riesiger werdende weiße Blatt Papier zu beschreiben, selbstbewußt in die Prüfung zu gehen. Sie etwas leichter zu machen, dabei helfen Dr. Petra Kabisch und Dr. Bettina Sandt vom Dezernat Studienangelegenheiten mit der Arbeitsgruppe "Arbeitsschwierigkeiten und Prüfungsangst". Ein Semester lang treffen sich Studierende der unterschiedlichsten Studienrichtungen, um sich über das richtige Mitschreiben in der Vorlesung, das Anfertigen von Belegarbeiten, über das Arbeiten im Team oder ein Prüfungsgespräch auszutauschen. Die beiden Beraterinnen geben meist eine kurze theoretische Einführung zum Thema des Treffens, beispielsweise zu den Gesetzmäßigkeiten des Lernens, zum Gedächtnistraining, zur Lesetheorie oder zur Anfertigung von Hausarbeiten und Referaten. Das ist dann schon der Anstoß für die Diskussionen der Studierenden untereinander. In ihnen werden die Arbeitsergebnisse der zurückliegenden Woche ausgewertet, wie es mit der Zeiteinteilung geklappt hat, wie weit die Prüfungsvorbereitungen sind oder wie lange das Literaturstudium in der Bibliothek gedauert hat.

Im Rollenspiel wird vor der Gruppe ein Vortrag gehalten oder ein Prüfungsgespräch nachgestellt, um dieses als fachlichen Austausch zu erfahren und nicht etwa als Tyrannei eines "boshaften Prüfers". Alles zeichnet eine Videokamera auf. Später wird das Verhalten genau analysiert und über Fehler diskutiert.

Der Erfolg stellt sich nicht von heute auf morgen ein. Doch wer das Semester durchhält, hat einen effektiveren Arbeitsrhythmus und erkennt eigene Stärken und Schwächen, hat gelernt, dass zum Arbeiten auch Pausen gehören und weiss besser, Prioritäten beim Lernen zu setzten.

Im kommenden Sommersemester trifft sich die Gruppe zu einer ersten Absprache am 3. April 2000 um 16 Uhr in der Studienberatung, Gebäude 06, Zimmer 106.

Hat sich Studi Semester für Semester durch das Studium gearbeitet, für Prüfungen gebüffelt, die Diplomarbeit fast fertig und blickt nun erwartungsvoll in die Zukunft, spätestens dann sollte darüber nachgedacht werden, was nach dem Studium kommt. Um weiterhelfen zu können, hat sich Dr. Petra Kabisch eine Partnerin vom Hochschulservice des Arbeitsamtes gesucht: Annette Schulz. Gemeinsam bieten sie ein Bewerbungsseminar an. Drei Tage lang wird das richtige Bewerben trainiert. Das beginnt mit der Analyse des Arbeitsmarktes. "Hier können wir jeden Teilnehmer positiv motivieren. Die Aussichten, eine Arbeitsstelle zu finden sind für Hochschulabsolventen sehr gut, ", erläutert Dr. Petra Kabisch. Das Training reicht weiter von der gezielten und effektiven Stellensuche über das richtige Bewerbungsschreiben bis hin zum Rollenspiel eines Bewerbungsgesprächs. Zu Gast sind während des Seminars immer auch Leute aus der Praxis, Personalchefs oder Unternehmensberater beispielsweise. "Dieses Seminar wird noch viel zu wenig von unseren Studierenden genutzt", schätzt Dr. Petra Kabisch ein. Zweimal im Semester organisieren es Studienberatung und Hochschulservice.

Doch an die Türen von Dr. Petra Kabisch, Dr. Peter Güldenpfennig und Ulrich Schmidt von der Zentralen Studien- und Studentenberatung klopfen auch Studis mit Selbstzweifeln, die festgestellt haben, dass ein Universitätsstudium doch nichts für sie ist, sich dem Leistungsdruck nicht gewachsen fühlen. Dann raten sie den jungen Leuten, genau über ihre Interessen und Fähigkeiten, aber auch über einen Abbruch des Studiums nachzudenken. Einmal im Semester bietet die Zentrale Studien- und Studentenberatung gemeinsam mit dem Arbeitsamt eine Informationsveranstaltung für Studienabbrecher an; zeigen die Berater Wege auf, wie es weitergehen kann, vermitteln Kontakte, kennen den einen oder anderen Ansprechpartner.

Täglich von neun bis zwölf und eins bis halb vier, dienstags sogar bis um sechs, kann Studi in den Zimmern 105 bis 107 des Gebäudes 06 seine Sorgen und Nöte los werden. Egal ob die Studienrichtung nicht zusagt, das Klima an der Uni nicht gefällt, die Hochschule gewechselt werden soll, die Angst vor der Prüfung die Oberhand gewinnt - die Studienberater hören zu und versuchen zu helfen. Und wenn sie es selbst nicht können, dann wissen sie doch viele andere Beratungsmöglichkeiten und Ansprechpartner.

Ines Perl